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Caritas als Dienstgeber

Stellt man auf die Zahl der Arbeitnehmer ab, so erscheinen die Kirchen nach dem Staat als zweitgrößter Arbeitgeber. Doch das Bild des einheitlichen Arbeitgebers Kirche trügt. Bei genauerer Betrachtung ist gerade der kirchliche Bereich durch eine Vielzahl sehr kleiner Arbeitgeber gekennzeichnet; es sind die Vielzahl von Vereinen und Einrichtungen, die nach ihrem Zweck einen der Kirche gestellten Auftrag erfüllen.

Schon nach ihrem Selbstverständnis kann die Kirche nicht als Arbeitgeber definiert werden. Sie ist es auch nicht aus der Sicht der staatlichen Rechtsordnung. Sie übt allerdings die Funktion als Arbeitgeber aus, weil Gliederungen der verfassten Kirche oder Einrichtungen und Dienste mit ihren Mitarbeitern Arbeitsverträge abschließen.

Diese Arbeit erfolgt auf der Basis des kirchlichen Arbeitsrechts. Das betont die gemeinsame Verantwortung aller, die für die Caritas arbeiten. Dieses Miteinander drückt sich bereits in der Wortwahl aus. In der Caritas gibt es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt Angestellte oder Arbeiter. Die Arbeitgeber heißen Dienstgeber und die Arbeitsverhältnisse werden als Dienstverhältnisse bezeichnet. Als Dienstgemeinschaft machen sie sich gemeinsam stark für Menschen in Not und geben damit ein Zeugnis ihres Glaubens. Dieser besondere Geist soll auch das Verhältnis zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie zu den Dienstgebern prägen.

Caritas, Dienstgeber und Wirtschaft: miteinander reden – voneinander lernen
Die Wirtschaft sucht zunehmend den Dialog mit den Kirchen und ihren Gliederungen. Caritas, Dienstgeber und Arbeitgeber sind dabei auf den verschiedensten Ebenen – vom einzelnen Betrieb bis zum Spitzengespräch – miteinander im Dialog.

Die Caritas schaltet sich in zunehmendem Maß in die aktuelle gesellschaftspolitische Debatte ein. Themen an der Schnittstelle von Kirche und Wirtschaft sind Fragen der Wirtschafts- und Unternehmensethik, die Reformen der Sozialversicherungen, die Zuwanderung und Integration ausländischer Arbeitnehmer, das Verhältnis von Arbeit – Freizeit – Familienzeit, die Wertevermittlung und -erziehung in Schule und Ausbildung, die Familienpolitik, die Einführung von Mindestlöhnen sowie die Integration von Langzeitarbeitslosen und Geringqualifizierten in den Arbeitsmarkt.

Überwog früher die gegenseitige Skepsis, sind Caritas, Dienstgeber und Wirtschaft heute in vielen aktuellen politischen Fragen um Ausgleich und Übereinstimmung bemüht. Der konstruktive Dialog hat zu einem besseren Verständnis der wirtschafts-, tarif- und sozialpolitischen Standpunkte beider Seiten beigetragen.

Download-Service:
BDA kompakt: Kirche und Wirtschaft (Dezember 2011)