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Arbeitsvertragsrecht der Caritas

Die Bindung an den Caritas-Tarif ist mitgliedschaftlich bestimmt. Geregelt wird das Arbeitsvertragsrecht im Bereich des Deutschen Caritasverbandes auf der Grundlage kirchengesetzlicher Anerkennung durch die Arbeitsrechtliche Kommission des Deutschen Caritasverbandes (AK). Die AK ist eine ständige Kommission besonderer Art der Delegiertenversammlung des Deutschen Caritasverbandes. Diese Kommission ist jeweils paritätisch besetzt mit Vertretern der Mitarbeiter- und Dienstgeberseite und beschließt das Arbeitsvertragsrecht in den caritativen Einrichtungen. Für das Verfahren und ihre Beschlüsse gilt die „Ordnung der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes".

Der Caritas-Tarif, die Richtlinien für Arbeitsverträge in den Einrichtungen des Deutschen Caritasverbandes (AVR), findet grundsätzlich in allen in der Bundesrepublik Deutschland gelegenen Einrichtungen und Diensten, die dem Deutschen Caritasverband angeschlossen sind, Anwendung (§ 2 Abs. I AT AVR). Trotz mancher Kritik sind sie das zentrale Instrument zur Gestaltung der Arbeitsbeziehungen in der Caritas. Für den Caritas-Tarif sprechen eine Reihe überzeugender Argumente.

Das Arbeitsvertragsrecht – die AVR – gibt den Dienstverhältnissen einen verlässlichen Mantel und Struktur. Nur so können auch gesamtwirtschaftliche Argumente berücksichtigt werden. Die AVR sind insbesondere bei der Regelung komplexer Rechtsmaterien ein echtes Dienstleistungsangebot, vor allem für kleine und mittlere Einrichtungen und Dienste.

Diese Vorteile des kirchlichen Arbeitsrechts auch für die Zukunft zu sichern, ist eine der Hauptaufgaben der Dienstgeberseite der Arbeitsrechtlichen Kommission. Sie tritt deshalb dafür ein, dass die AVR ihre Ordnungsfunktion bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen in den Einrichtungen und Diensten behält, aber modernisiert und fortentwickelt wird durch gezielte Reformen zu Gunsten größerer Handlungsspielräume vor Ort. Gleichzeitig müssen die AVR als Instrument der Lohnfindung attraktiver werden. Die AVR sind kein Selbstzweck. Deshalb muss es gelingen, Fehlentwicklungen in der Tarifpolitik zurückzuschrauben sowie die AVR an die aktuelle europäische und höchstrichterliche (Arbeits-)Rechtsprechung anzupassen. Ansonsten bleiben die AVR für viele Einrichtungen und Dienste eine unbezahlbare Last im Wettbewerb. Die Folgen sind eine steigende Zahl der Ausgründung von Servicegesellschaften, Tarifflucht, Haustarife, Verdichtung der Arbeit, Personalabbau, etc. Die Weiterentwicklung der AVR ist daher Voraussetzung dafür, dass sich ihre Attraktivität und Anziehungskraft als Dienstleistungsprodukt für die Einrichtungen und Dienste wieder dauerhaft erhöht.